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Verwaltungsgeschichte der Verbandsgemeinde

Marktplatz Rheinböllen

 

Die Verbandsgemeinde Rheinböllen mit den Ortsgemeinden Argenthal, Benzweiler, Dichtelbach, Ellern, Erbach, Kisselbach, Liebshausen, Mörschbach, Rheinböllen, Riesweiler, Schnorbach und Steinbach wurde in diesem Zuschnitt durch Landesgesetz vom 28.07.1970 gebildet. Durch dieses Landesgesetz kamen die Gemeinden Benzweiler, Kisselbach und Steinbach zu den Gemeinden des früheren Amtes Rheinböllen hinzu. Die Landesregierung hat am 05.09.2009 im Rahmen der 700-Jahr-Feier  Rheinböllen die Stadtrechte verliehen. Die Ver­bandsgemeinde wurde in der Ausprägung des vorgenannten Lan­desgesetzes am 07.11.2010 40 Jahre alt.

Die nachstehenden Ausführungen zur Geschichte des Amts­bezirkes sind einer Veröffentlichung des früheren Amtsbürger­meisters Josef Schrieder aus dem Jahre 1966 entnommen: „Die Besiedlung des Gebietes, das den früheren Amtsbezirk Rheinböllen umfasste, beginnt mit den Kelten als ältestem fest­stellbaren Volkstum. Im Ort Rheinböllen lässt sich ein keltischer Ortsteil im sog. „Altdorf“ nachweisen. Ebenfalls weisen Ringwälle, zahlreiche Hügelgräber in der Umgebung und keltische Orts- und Flurnamen auf die Besiedlung in der Zeit von ca. 700 - 400 v. Chr. Die Römer haben diese Siedlungen mit Straßen, Kastellen, Wachtürmen, Pferdestationen und zahlreichen Villen in der Zeit bis 400 n. Chr. ausgebaut, wie es u. a. in Dichtelbach, Rhein­böllen und Riesweiler der Fall war. In der Zeit der Besiedlung durch die Franken nach dem Abzug der Römer, die vom Rheintal aus begann, wurde auch eine neue Verwaltung eingeführt. Mit der Gauverfassung wurde Rhein­böllen einem Gaugrafen in dem Nahegau unterstellt, der die untere Verwaltung auch für Teile des Amtsbezirks durch einen Zehntgrafen an der Spitze einer sog. Hundertschaft ausüben ließ. Nach den großen Plünderungszügen der Normannen, Ungarn und anderer Völker beruhigten sich unter Chlothwig auf dem Hunsrück die Verhältnisse wieder. Das Christentum hielt seinen Einzug. Der erste nachweisbare Pfarrsprengel war Mörschbach zugleich für Rheinböllen, Ellern, Liebshausen, Kisselbach und Weidelbach. Urkundenmäßig belegt ist die Einweihung der Kir­che von Mörschbach im Jahre 1006 durch den Erzbischof Willigis von Mainz. Für diese Zeit war Mörschbach von größerer Bedeutung für die ganze Umgebung. Nachdem die alte Gauverfassung im Laufe der Zeit sich änder­te, die Gaugrafen als königliche Beamte zum erblichen Stand erhoben wurden, und sich daraufhin zahlreiche Territorialherr­schaften bildeten, fassten auch die Grafen von Sponheim im Kreise Simmern Fuß, und die Zugehörigkeit der einzelnen Orte zu den einzelnen Herrschaftsgebieten wechselte so häufig wie die Besitzer.

So gehörte Rheinböllen schon früh, seit 1156 zur rheinischen Pfalzgrafenschaft, als Kaiser Friedrich Barbarossa seinem Bru­der Conrad außer den pfalzgräfischen Besitzungen, die sich von Aachen bis Cochem erstreckten, auch Bacharach, Stromberg und Rheinböllen übertrug. Rheinböllen wurde Amtsmittelpunkt und Gericht, bis dass im Jahre 1359 der pfälzische Kurfürst Rup­recht I. die Stadt Simmern von den Erben des Gaugrafen erwarb und Simmern Amtssitz wurde. Das Gerichtsdorf Argenthal wur­de als „Reichsstadt* bis 1372 reichsunmittelbar. Dort übten die Herren der Reichsfeste von Schöneberg Gerichtsfeste aus.

Zwischenzeitlich war Rheinböllen gerichtlich 1316 geteilt wor­den/eine Hälfte gehörte zu Trier, die andere fiel an Johann von Böhmen, und Rheinböllen erscheint .halb mit dem alten und neuen Gericht*, wobei zum ersteren Rheinböllen, Ellern, Dich­telbach, Kleinweidelbach und Erbach, zum neuen Gericht die Orte Schnorbach, Mutterschied, Wahlbach, Mörschbach und Ebschied gehörten.

Nach der pfälzischen Landesteilung im Jahre 1410 wurde dem neu gebildeten, unter der Herrschaft des Herzogs Stephan ste­henden, Fürstentum Simmern außer den Dörfern der Ämter Simmern und der früheren Bürgermeisterei Ohlweiler das Amts­gebiet Rheinböllen zugeschlagen.

Nachdem im Jahre 1673 das Fürstentum Simmern mit der Kur­pfalz vereinigt wurde, wurde auch das Amt Rheinböllen dem Kurpfälzischen Oberamt Simmern einverleibt, während Liebs­hausen zum kurtrierischen Oberamt Oberwesel kam.

In der über 20jährigen Zeit der französischen Besatzung von 1794 an wurden Kantone zur Rechtspflege und als wichtigste Verwaltungsorgane die Mairien (Bürgermeistereien) errichtet, im Arrondissement Simmern 33 an der Zahl. Die Mairie Rhein­böllen umfasste die Orte Erbach, Dichtelbach, Mörschbach, Klein­weidelbach und Ellern mit einer Gesamteinwohnerzahl von 1.856. Die ebenfalls gebildete Mairie Argenthal mit 1.092 Einwohnern umfasste die Orte Argenthal, Riesweiler und Schnorbach. Liebs­hausen gehörte zur Mairie Wiebelsheim.

In der Zeit der französischen Besatzung von 1794 bis 1814 wur­den die bisherigen Beamten in der kommunalen Verwaltung belassen und noch weitere einheimische Bürger in die Ver­waltung berufen. So wurde durch Bestallungsurkunde des Oberpräfekten des rheinischen Moseldepartements vom 14.10.1800 der Wirt und Bierbrauer Johann Jakob Mades, geb. 1760, gest. 1837, der Besitzer des sog. „Marsch-Hauses“, zum Bürgermeister der Mairie Rheinböllen ernannt.

Nach Abzug der Franzosen und Einzug der preußischen Hee­re unter Blücher, Gneisenau und Prinz Wilhelm, die in der Neu­jahrsnacht 1814 im alten, heute noch bestehenden Pfarrhaus in Rheinböllen übernachteten, wurde auch die französische Ver­waltung durch die preußische ersetzt. Eine neue Einteilung der Amtsbezirke erfolgte im Jahre 1816, als auch der spätere Amts­bezirk Rheinböllen mit seinen 10 Gemeinden begründet wur­de.

Als erster Bürgermeister wurde Friedrich Mades berufen. Er verwaltete den Amtsbezirk 35 Jahre lang. 1851 trat er in Pensi­on, und als sein Nachfolger wurde Gustav Schourp zunächst als Bürgermeistereienverwalter bestellt und am 19.02.1851 zum Vorsteher der Amtsbürgermeisterei Rheinböllen gewählt. Ihm folgte 1862 der Landgerichtsreferendar Gustav Kautz. Nach des­sen Berufung nach Moers wurde am 11.01.1865 Bürgermeister Reis eingeführt, unter dessen Amtszeit die neue katholische Kir­che und das neue Bürgermeisteramt (1871/72) erbaut wurden. 1872 übernahm Johann Laymann das Amt des Bürger­meisters. Als dieser am 06.06.1878 versetzt wurde, übernahm Bürger­meister Adam die Amtsgeschäfte, allerdings nur für kurze Zeit. Denn schon am 10.11.1880 trat der Major a. D. Heinrich Gustav Werner in die Nachfolge ein. 1891 folgte Otto Edmund Schmidt aus Straßburg, und am 20.11.1900 wurde der Verwaltungsvo­lontär Wilhelm Havenstein aus St. Goar als neuer Bürgermei­ster eingeführt. Er schied 1910 aus dem Dienst in Rheinböllen aus, um den Dienst als Bürgermeister in Bacharach anzutre­ten. Sein Nachfolger war Erich Jungemann, der sein Amt am 08.10.1910 übernahm. Er trat 1916 in den Ruhestand. Die Stelle wurde dann zunächst vom Beigeordneten Jakob Weber ver­tretungsweise versehen bis zum 28.12.1917 und dann von dem Gerichtsreferendar a. D. Vroon als Bürgermeisterstellvertreter kommissarisch wahrgenommen.

 

 

Rathaus mit Brunnen

Das Rathaus in Rheinböllen - erbaut 1871
Der Anbau rechts folgte 1982

 

Am 16.01.1918 wurde Robert Grün als Bürgermeister eingeführt. Nach Hitlers

Machtübernahme musste er am 01.01.1934 mit dem Stellenin­haber von Dierdorf (Bochow) tauschen und verblieb dort bis zu seinem Tode im Jahre 1944. Paul Bochow wurde am 17.01.1934 in sein Amt eingeführt. Nach einer Tätigkeit als Zivilsupernumerar beim Landratsamt in Adenau und als Kreissekretär in Koblenz erhielt er zunächst 1918 die Stelle als Bürgermeister in Dierdorf und dann in Rheinböllen und bekleidete sie über die Kriegszeit hinaus, bis er nach einer Beorderung durch die militärische Besatzungsmacht am 13.04.1945 als Bürgermeister von Gemünden schließlich am 15.12.1945 in den Ruhestand trat.

 

Robert Grün Paul Bochow
Bürgermeister Robert Grün
Amtszeit: 16.01.1918 - 31.12.1933
Bürgermeister Paul Bochow
Amtszeit: 17.01.1934 - 31.12.1945


In den ersten Nachkriegsverhältnissen wurde auf militärische Anordnung am 14.04.1945 der aus Köln stammende, evaku­ierte Kaufmann Josef Schneider zum kommissarischen Bür­germeister bestellt, und zwar bis zum 01.09.1945. Zu seinem kommissarischen Nachfolger wurde von diesem Zeitpunkt an der ebenfalls aus Köln evakuierte Rechtsanwalt Karl Lunkenheimer beordert, der im Mai d. J. beurlaubt wurde und am 06.09.1947 aus dem Dienst ausschied.

Aufgrund einer Verfü­gung des Landrats vom 09.06.1947 wurde der Bürgermeister­anwärter Josef Schrieder aus Kirchberg zur informatorischen Beschäftigung der Amtsverwaltung zugewiesen und am 04.09.1947 durch eine Verfügung des Regierungspräsidenten von Koblenz mit der vertretungsweisen Wahrnehmung der Geschäfte des Amtsbürgermeisters beauftragt. Die Ernennung zum kommissarischen Amtsbürgermeister erfolgte am 15.11.1947. Er besuchte Schulen und Universität und nahm nach 5-jähriger Kriegsteilnahme und Gefangenschaft die Tätigkeit als Bürger­meisteranwärter bei der Stadt- und Amtsverwaltung Simmern und beim Landratsamt Simmern auf bis zu seiner Berufung nach Rheinböllen. Am 16.08.1960 erfolgte die einstimmige Wiederwahl auf 8 Jahre. Am 31. Januar 1968 trat Josef Schrieder wegen Erreichens der Altersgrenze in den Ruhestand. Ihm folgte am 01.02.1968 Horst Hofmann aus Cochem, der auch Bürgermeister bei der Geburtsstunde der heutigen Verbandsgemeinde Rheinböllen am 07.11.1970 war.

 

Josef Schrieder Horst Hofmann
Bürgermeister Josef Schrieder
Amtszeit: 15.11.1947 - 31.01.1968
Bürgermeister Horst Hofmann
Amtszeit: 01.02.1968 - 26.12.1984


Horst Hofmann übernahm 1974 in Personalunion auch gleich­zeitig das Amt des ehrenamtlichen Ortsbürgermeisters der Ortsgemeinde Rheinböllen. Mit Wirkung vom 01.04.1978 wur­de Horst Hofmann für weitere 10 Jahre zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rheinböllen gewählt. Sein plötzlicher Tod am 26.12.1984 setzte seinem Wirken ein jähes Ende. Horst Hof­mann wurde 59 Jahre alt.

Zu seinem Nachfolger wählte der Verbandsgemeinderat Franz-Josef Lauer aus Boppard-Herschwiesen, der ebenfalls in Per­sonalunion das Amt des ehrenamtlichen Ortsbürgermeisters von Rheinböllen mit übernahm. Am 16.10.1994 wurde Franz-Josef Lauer mit Wirkung vom 07.05.1995, erstmals im Wege der Urwahl, für weitere 8 Jahre in seinem Amt als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rheinböllen bestätigt. Durch Urwahl vom 22.9.2002 wurde Franz-Josef Lauer für eine weitere Amtsperiode von 8 Jahren in seinem Amt bestätigt. Seine Amtszeit endete am 7.5.2011. Damit trat Franz- Josef Lauer nach einer 26- jährigen Dienstzeit in den wohlverdienten Ruhestand.

 

        Franz Josef Lauer
Bürgermeister Franz Josef Lauer
Amtszeit: 07.05.1985 - 06.05.2011



Zu seinem Nachfolger wurde durch Urwahl vom 27.3.2011 der langjährige Büroleiter und Fachbereichsleiter der Fachbereiche Organisation und VG-Werke Arno Imig bestimmt.

 

 

Arno Imig

Bürgermeister Arno Imig
Amtszeit: seit 06.05.2011

 

 

Das Wappen der Verbandsgemeinde Rheinböllen

 

 

Wappen VG Rheinböllen