Gewinn des kommunalen Klimaschutzpreises

25.000 Euro Preisgeld für das Projekt „Förderprogramm bringt Energieeinsparung im ganzen Dorf“

 

Ortsgemeinde Schnorbach gewinnt beim Bundeswettbewerb „Klimaaktive Kommune 2017“

 

Berlin/Schnorbach 22. Januar 2018 Die Ortsgemeinde Schnorbach gehört zu den Gewinnern beim Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2017“. Die Auszeichnung wurde für das Projekt „Förderprogramm bringt Energieeinsparung im ganzen Dorf“ vergeben. Mit der Aktion unterstützt die Gemeinde Bürgerinnen und Bürger finanziell bei Maßnahmen zur Senkung des privaten Energieverbrauchs und bringt damit den Klimaschutz vor Ort aktiv voran. Ausgeschrieben wird der Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ vom Bundesumweltministerium und dem Deutschen Institut für Urbanistik. Kooperationspartner sind der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund. Ortsbürgermeister Bernd Kunz nahm heute den Preis in Berlin entgegen. Das Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro ist in die Umsetzung weiterer Vorhaben zum Klimaschutz oder zur Anpassung an den Klimawandel zu investieren. Kunz dazu: „Unsere Gemeinde installiert eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeichersystem. Mit dem gespeicherten Strom wird die Straßenbeleuchtung im gesamten Ort betrieben. Somit scheint zukünftig in Schnorbach die Sonne auch nachts!“

 

Bürgernahes Förderprogramm für den Klimaschutz

Seit 2014 verpachtet die Kommune gemeindeeigene Grundstücke an die Betreiber von zwei Windkraftanlagen. Daher beschloss der Gemeinderat, einen Teil der Pachteinnahmen in einen „Fördertopf“ fließen zu lassen, um Bürgerinnen und Bürger bei persönlichen Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs zu unterstützen. So fließt Geld „aus“ dem Klimaschutz wieder „in“ den Klimaschutz. Und alle Gemeindemitglieder, die sich für das Klima engagieren möchten, können davon profitieren egal ob Mieterin oder Hausbesitzer.

 

Das Förderangebot ist vielfältig. Als niedrigschwellige Einstiegsmaßnahme wird der Eigenanteil der Kosten einer Energieberatung (20 Euro) von der Gemeinde erstattet. 100 Euro Zuschuss gibt es z.B. bei der Anschaffung eines energieeffizienten Kühlschranks, einer Waschmaschine oder anderer „Weißer Ware“. Für die Neuinstallation einer Photovoltaik-Anlage oder einer thermischen Solaranlage, die Anschaffung eines Batteriespeichers, eine fachgerechte Gebäudedämmung, den Einbau einer Wärmepumpenheizung oder den Einbau eines Holzpellets-Heizkessels stehen bis zu 2.500 Euro pro Maßnahmen aus dem kommunalen Fördertopf bereit. Die Höchstfördersumme liegt bei maximal 6.000 Euro pro Haushalt. Bei der Errichtung eines kompletten Passivhauses in Schnorbach kann diese pauschal geltend gemacht werden.

 

Ein Programm, das sich für alle rechnet

Die Richtlinie kommt bei den 250 Einwohnerinnen und Einwohnern im Ort gut an. Bisher wurden rund 66.000 Euro bewilligt, daraus resultieren Investitionen von Bürgerinnen und Bürger von etwa 323.000 Euro für konkrete Maßnahmen zur Energieeinsparung. Besonders stark nachgefragt waren die aufsuchenden Energieberatungen, rund 45 Haushalte in Schnorbach nahmen diese Möglichkeit in Anspruch, was einem Anteil vom fast 50 Prozent aller Haushalte im Ort entspricht. Auch die Förderung beim Austausch von energieintensiver „Weißer Ware“ gegen deutlich effizientere Modelle wurde intensiv genutzt, ebenso der fachgerechte Austausch von Fenstern und Türen. Neben den messbaren Energieeinsparungen konnte ein weiteres Ziel des Projekts erreicht werden: Die Sensibilisierung für das Thema Klimaschutz und die Motivation, mit geeigneten Maßnahmen im privaten Umfeld selbst aktiv zu werden. Rund 87 Tonnen klimaschädliches CO2 können so pro Jahr eingespart werden.

 

Entstanden ist das Förderprogramm in enger Zusammenarbeit mit dem Klimaschutzmanagement des Rhein-Hunsrück-Kreises und der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V. Letztere hatte mit ihrem Programm „Energieberatung im Quartier“ bereits ein Beratungskonzept erstellt, das den Vorstellungen des Schnorbacher Gemeinderats entgegen kam und gut auf die Dorfstrukturen angepasst werden konnte. Das „Schnorbacher Modell“ hat mittlerweile über die Gemeindegrenzen hinaus Nachahmer gefunden. Einige Kommunen im Rhein-Hunsrück-Kreis haben auf Basis des Schnorbacher Fördermodells eigene Richtlinien beschlossen.

 

Die Ortsgemeinde Schnorbach zeigt, dass mit einem effektiven Fördermodell auch im Kleinen großes für den Klimaschutz geleistet werden kann. Damit steuert die Gemeinde zudem einen wichtigen Beitrag zu den ehrgeizigen Klimazielen des Rhein-Hunsrück-Kreises bei, der anstrebt, bis zum Jahr 2020 ein bilanzieller „Null-Emissionskreis“ in den Sektoren Strom, Wärme, Mobilität und Abfall zu werden.

 

Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“

Der Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ (bis 2015 Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz“) wird seit 2009 im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative ausgelobt. Im Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2017“ wurden insgesamt 102 Beiträge in drei unterschiedlichen Kategorien eingereicht. Die Ortsgemeinde Schnorbach hat sich mit dem Projekt „Förderprogramm bringt Energieeinsparung im ganzen Dorf“ in der Kategorie „Kommunale Klimaaktivitäten zum Mitmachen“ beworben. In dieser Kategorie gab es 50 Bewerber, aus denen drei Gewinner ausgewählt wurden. Weitere Informationen zum Wettbewerb sowie Fotos von der Veranstaltung und vom ausgezeichneten Projekt unter: www.klimaschutz.de/wettbewerb2017

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Gewinn des kommunalen Klimaschutzpreises