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Fachbereich 5 Verbandsgemeindewerke (Kläranlage)

Übergeordnete Einheit: Fachbereich 5 Verbandsgemeindewerke Rheinböllen

Die Kläranlage der VG Rheinböllen für die Ortsgemeinden Dichtelbach – Ellern – Erbach – Rheinböllen mit den Ortsteilen Kleinweidelbach und Waldsiedlung wurde im Jahre 1986 geplant und am 22.12.1987 genehmigt.

 

Nach zwei Jahren Bauzeit wurde am 11.12.1990 die erste Ausbaustufe der neuen Kläranlage in Betrieb genommen. Angeschlossen war nur die OG. Rheinböllen. Anschlusswert 4.275 EGW.

 

In dem Genehmigungsbescheid für die erste Ausbaustufe waren folgende Ablaufwerte festgesetzt:

 

  • Jahresschmutzwassermenge
400.000 m³
  • Chemischer Sauerstoffbedarf  CSB
67 mg/l
  • Phosphor gesamt P. ges
3 mg/l
  • Stickstoff gesamt N. ges.
 18 mg/l

 

Im Jahre 1996 erfolgte die Endausbaustufe, Ausbaugröße 8.500 EGW mit den Anschlüssen der Ortslagen Dichtelbach, Ellern, Erbach und den Ortsteilen Kleinweidelbach und Waldsiedlung. Anschlusswert 8.550 EGW.

 

In der letzten Erlaubnisänderung wurden folgende Werte festgesetzt:

 

  • Jahresschmutzwassermenge
850.000 m³
  • Chemischer Sauerstoffbedarf  CSB
45 mg/l
  • Phosphor gesamt P. ges.
2 mg/l
  • Stickstoff gesamt N. ges.
10 mg/l

 

Verlauf des Abwassers:

 

Im Zulaufbereich befindet sich der Vereinigungsschacht. Von hier durchläuft das Mischwasser das Trennbauwerk, welches am Kopfende des Regenüberlaufbeckens angeordnet ist. Hinter dem Trennbauwerk ist eine Abwassermengenmessung angeordnet die dem biologischen Kläranlagenteil die zulässige Abwassermenge zuführt.

 

Der Kläranlage wird eine größere Mischwassermenge zugeleitet, somit bestand die Notwendigkeit als letzte Regenentlastung des Gesamteinzugsgebietes auf der Kläranlage ein Regenüberlaufbecken zu errichten. Die Höhenlage des Zulaufes ermöglicht es, das RÜB in freiem Zulauf zu beschicken und den Klärüberlauf dem Guldenbach in freier Vorflut zuzuführen.

 

Nach der Abwassermengenmessung fließt das Mischwasser über einen Siebbandrechen mit nachgeschalteter Rechengutpresse in den Sandfang zu einem Schneckenpumpwerk (Zulaufdücker). Von hier wird das Mischwasser in die zwei gleich runden  und belüfteten Belebtschlammbecken  verteilt.

 

Die Ablaufschächte der beiden Belebtschlammbecken besitzen zwei Ablaufrohre, eins leitet den biologisch gereinigten Abwasserstrom  zum Ablaufkanal des bestehenden Belebtschlammbeckens und somit zum Nachklärbecken, das andere Rohr führt zum Zulaufdücker des Belebtschlammbeckens. Dieser Weg wird bei der Betriebsweise der vorgeschalteten Denitrifikation gefahren.

 

Im Nachklärbecken, das als Trichterbecken ausgeführt wurde, wird der Belebtschlamm vom gereinigtem Abwasser getrennt. Der Schlamm sinkt auf den Beckenboden ab und wird wieder der biologischen Stufe zugeführt. Der anfallende Überschussschlamm wird mittels einer Pumpe auf der Klärschlammvererdungsanlage verteilt.

 

Die konzipierte Anlage verfügt neben einer mechanischen Betriebsstufe (Rechen, bezw.. Sand- Fettfang) über eine biologische  Abwasserreinigung nach dem Belebungsverfahren mit gemeinsamer Schlammstabilisierung, gesteuerter Nitrifikation /  Denitrifikation und simultaner Phosphatelimination. Bei der hier gewählten Verfahrenstechnik der biologischen Abwasserreinigung fällt Klärschlamm nur als Überschussschlamm aus der biologischen Abwasserreinigungsstufe an.

 

Seit in Betriebnahme der Kläranlage wurde der Klärschlamm 2.000 m³ bis 2.500 m³ mit einem Ts Gehalt von 4,2 bis 6,2 in einem Eindicker mit einem Fassungsvermögen von 650 m³ gelagert und durch den Maschinenring auf landwirtschaftliche Flächen entsorgt. Die Kosten betrugen über 40 % der gesamten Betriebskosten, im mittel ca. 45.000,00 €.

 

Die in den letzten Jahren mehrfach verschärften Anforderungen der Klärschlammverordnung zwangen die Verbandsgemeindewerke über neue Wege zur Klärschlammbeseitigung nachzudenken. Als Ergebnis aller Überlegungen ergab sich die Erkenntnis, dass als sinnvollste und günstigste Entsorgung das naturnahe Verfahren der Klärschlammvererdung für die Kläranlage Rheinböllen anzusehen ist.

Vorteile gegenüber herkömmlichen Klärschlammbehandlungsverfahren sind:

 

  • Für die Vererdung werden keine Hilfsstoffe wie Konditionierungsmittel oder Strukturmaterialien benötigt.
  • Technisch hergestellte Energie wird lediglich für das Pumpen von Schlamm und Filtrat bzw. zur Beeträumung benötigt.
  • Die Arbeitsaufwendungen beschränken sich auf gelegentliche Inspektionen
  • Die Sonnenenergie sowie exotherme Prozesse werden genutzt

 

Verfahren der Klärschlammvererdung:


Das in den letzten Jahren entwickelte und bereits in mehreren Kommunalkläranlagen kleiner und mittlerer Größe erfolgreich installierte Prinzip der Klärschlammvererdung beruht auf einem natürlich-biologischen Prozess. Die Entwässerung und Mineralisierung des Klärschlammes erfolgt in einem zum Grundwasser abgedichteten Filterbeet, das mit Schilf (Helophyten) bepflanzt ist.

 

Der Klärschlamm wird je nach Anfall im Nachklärbecken auf das Schilfbeet aufgeflutet. Das im Klärschlamm enthaltene Wasser sickert in die Filterschicht des Beetes und wird von dort von den Schilfpflanzen aufgenommen. Ein geringer Teil wird nach Vorreinigung im Schilfbeet und dem Durchsickern der Filterschicht über eine Dränage abgeleitet und in den Einlauf der Kläranlage zurückgeführt. Der Klärschlamm sackt im Beet einerseits schubweise nach jeder neuen Beladung und andererseits kontinuierlich in sich zusammen.

 

Die Feststoffe des Klärschlammes verbleiben an der Oberfläche des Beetes. Sie werden im Verlauf der langjährigen Stapelzeit durch Mikroorganismen und höhere Lebewesen zu einem Erdsubstrat verarbeitet. Durch Mineralisierung wird dabei die Trockenmasse reduziert.

 

Das im Beet verbleibende humusähnliche Erdsubstrat ist biologisch aktiv und nährstoffreich. Als Kompost bzw. Torfersatz ist es in vielen Bereichen, beispielsweise bei Rekultivierungsmaßnahmen einsetzbar.

 

Das Schilfbeet wird erst nach vollständiger Auflandung und einem anschließenden beschickungsfreien Ruhejahr entleert. Nach der Entleerung ist die Klärschlammvererdungsanlage ohne große Investitionen sofort wieder betriebsbereit.

 

Kläranlage:

 

Betriebsgebäude  
Rechen- Sandfang  
Belebtschlammbecken I u. II Volumen je 1.290 m³
Regenüberlaufbecke Fassungsvermögen 1.350 m³
Nachklärbecken Fassungsvermögen 1.150 m³

 

Klärschlammvererdungsanlage

 

Die Fläche der Bepflanzungshöhe beträgt 3.035 m²
Die Fläche bis zur Vollfüllung beträgt 4.075 m²

Die Beschickungshöhe liegt bei 2,30 m.

Das Volumen des Klärschlammvererdungsbeetes beträgt 8.150 m³

Die jährliche Substratmenge liegt bei 250 bis 300 m³, was eine Nutzungsdauer von ca. 28 Jahren bedeutet.

Die gesamten Herstellungskosten, von Planung bis zur Inbetriebnahme der Anlage belaufen sich auf 546.071,73 €. An Förderung erhielten wir 80 % der Herstellungskosten.

Die Entleerung der Anlage erfolgt später mit herkömmlichen Erdbaugeräten in Teilabschnitten.
Bei sachgerechter Entleerung ist eine Beschädigung der Anlage ausgeschlossen.

 

Verfahrensablauf der Klärschlammvererdungsanlage:

 

1. Jahr Bepflanzung mit Schilf und Beschickung mit Klärschlamm
2. – 28.    Jahr Beschickung mit Klärschlamm Ts Gehalt 2 – 35 %
29. – 30- Jahr Schlammtrocknung Ts Gehalt zwischen 35 und 60 %
Ende des 30. Jahres Beeträumung, Abgabe an Landwirtschaft ,Garten- und Landschaftsbau,
 Deponiebegrünung, Baumschulen, Pflanzenerdprodukte
31. Jahr Beschickung mit Klärschlamm

 

Mitarbeiter

Michael Kassel

Klärwärter
Telefon 06764 590
E-Mail

Christian Schulz

Klärwärter
Telefon 06764 590
E-Mail