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Argenthal

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Die Gemeinde Argenthal liegt am Nordrand des Soonwaldes und ist ein viel besuchtes Urlaubsziel. Die Gemarkung Argenthal ist mit 2.852 ha Fläche (davon 2.022 ha Wald) die Zweitgrößte im Rhein-Hunsrück-Kreis. Die höchsten Erhebungen sind der Schanzerkopf (643 m), der Ginsterkopf (632 m) sowie die Ochsenbaumer Höhe (632 m).

 

Mit 1.736 Einwohnern (Stand: Juni 2011) gehört Argenthal auch bevölkerungsmäßig zu den größten Gemeinden im Hunsrück.Im Sommer lädt der Waldsee zum Baden ein und im Winter ergänzt der Schanzerkopf mit einer Rodelbahn sowie mit einer Skipiste das Freizeitangebot.


Auf dem Argenthaler Friedhof befindet sich das Denkmal des Försters Melsheimer, vermutlich eine Titelgestalt des Liedes "Jäger aus Kurpfalz". Jedes Jahr im August findet das traditionelle Schützenfest statt.


Den Waldlehrpfad "Schinderhannes" führt von Argenthal am Soonwaldsaum entlang nach Tiefenbach. Informationstafeln dokumentieren Wissenswertes zum Thema Wald.

 

Argenthal Waldsee

 

 

In der Stein- und Bronzezeit (bis ca. 1200 v. Chr.) war der Hunsrück auf der Hochfläche fast siedlungsleer. Die Siedlungsgrenze wird in der Steinzeit auf ca. 250 m und in der Bronzezeit auf ca. 350 m geschätzt. Allerdings durchzogen streifende Jäger das Gebiet und in den wärmeren Perioden bestanden auch kleinere Siedlungsinseln. Die eigentliche Besiedlung begann allerdings erst in der so genannten "Hallstattzeit" (700 bis 600 v. Chr.). In dieser Zeit ersetzte die Brandbestattung die Körperbestattung. Die Asche wurde in großen Tongefäßen unter Hügeln vergraben und ihnen wurden komplette Sätze verschiedener Keramik mit ins Grab gelegt. Aufgrund solcher Bodenfunde kann die Zeit der ersten Besiedlungen bestimmt werden. In der Gemarkung Argenthal siedelten die ersten Menschen mit größter Wahrscheinlichkeit spätestens seit der Spätlatènezeit (475 bis 225 v. Chr.). Dies beweist der Fund eines Getreidereibsteins und das Vorhandensein von Grabhügeln. Die Frage nach Grad, Zeitpunkt und Dauer der Besiedlung bleibt unbeantwortet. 

Während der Römerzeit sind in der Argenthaler Gemarkung drei Gutshöfe nachweisbar (Bauersheck, Aufm Klopp, Mutterschieder Straße). Insgesamt ergibt sich in dieser Zeit ein Bild eines dicht ausgebauten Siedlungsnetzes, das allerdings zur Versorgung der an der Grenze stehenden Heere (an der Rheingrenze ca. 90.000 römische Soldaten) auch notwendig war.

Zu Beginn des 5. Jahrhunderts endete für den Hunsrück die Zeit der Zugehörigkeit zum Römischen Reich. Die meisten Ansiedlungen wurden verwüstet oder verfielen, ebenso wie das römische Straßennetz. Um 500 scheint der Hunsrück nahezu siedlungsleer gewesen zu sein. Die Zeit zwischen den Jahren 450 und 550 bezeichnet man als fränkische Landnahmezeit. In dieser Zeit entstanden vor allem die Ortschaften, deren Namen auf -heim und -ingen enden. Es folgte in den Jahren 550 bis etwa 900 die Zeit des Landesausbaus, wobei der Höhepunkt der Kolonisationstätigkeit im 9. Jahrhundert lag. Auf diese Zeit kann vermutlich auch die Gründung Argenthals datiert werden. Über die Herkunft des Ortsnamens herrscht Uneinigkeit und es gibt mehrere mögliche Deutungsansätze. Bei der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1091 erscheint Argenthal in der Schreibweise "Argantal. Die wahrscheinlichste Herkunft des Ortsnamens ist Folgende: Ein in Frankreich südlich von St. Etienne gelegener Ort namens Argenthal, der möglicherweise römischen Ursprungs ist, könnte bei der Namensgebung der Ortsneugründung Pate gestanden haben. Nach der ersten Erwähnung Argenthals herrscht genau 175 Jahre lang Schweigen über die weitere Entwicklung Argenthals.

Nach mehreren Jahrhunderten, geprägt durch Besitzwechsel, der Reformation sowie dem 30-jährigen Krieg begann mit der französischen Revolution ein Zeitalter tief greifender Veränderungen, gerade auch für den Hunsrück. Die alte Staats- und Gesellschaftsordnung wurde hinweggefegt, die angestammte territoriale Zersplitterung aufgehoben und die Verwaltung modernisiert. Dazu kam die Einverleibung in den Staat eines fremden Volkes, welche allerdings nach 20 Jahren (1814) endete. Über die Leiden hinaus, die die ganze Gegend durch Krieg und Besatzungen zu ertragen hatte, musste Argenthal noch mit einem weiteren Unglück zurecht kommen - dem Brand von 1796. Bei diesem Brand, ausgelöst durch einen französischen Soldaten, der auf einen Vogel auf einem Strohdach schoss, wurde fast das gesamte Dorf, bestehend aus 81 Häuser und 62 Scheunen, zerstört; lediglich vier Häuser, fünf Scheunen sowie die reformierte Kirche überstanden das Feuer.

Erst im Frühjahr 1798 begannen die Argenthaler in Erwartung baldiger öffentlicher Hilfe mit den Vorbereitungen zum Neubau ihrer zerstörten Häuser. Allerdings konnte dieses Vorhaben aufgrund des großen Holzmangels und der Schwerfälligkeit der gerade im Um- oder Aufbau befindlichen Behörden nicht umgehend umgesetzt werden. Man entschied sich außerdem dazu, die Häuser nicht aus den Ruinen heraus aufzubauen, sondern größtenteils an die bisher vorbeilaufende Landstraße auf der Höhe zu verlegen. Ende 1802 waren erst 22 Häuser wieder aufgebaut, davon 17 an der Hauptstraße. Beim Bauen wurden vor allem die Steine der mittlerweile längst überflüssigen Befestigungsanlage verwendet und diese dadurch ganz abgetragen. Die Zahl der Häuser stieg schnell an; bereits 1811 zählte die Gemeinde 95 Häuser. Auch die Bevölkerungszahl nahm rasch zu. Während 1798 nur 345 Einwohner gezählt wurden, so waren es 1801 schon 449 und 1811 584 Einwohner.

1815 war der Beginn der preußischen Herrschaft. Das Ende der französischen Okkupation wirkte sich auf die Entwicklung Argenthals aus. Die veraltungstechnische Aufgliederung des Gebietes, z. B. in den alten Landkreis Simmern oder die Bürgermeisterei Rheinböllen, hatte in ihren Grundzügen bis in die Gegenwart Bestand, immerhin bis zur letzten großen Verwaltungsreform Ende der sechziger Jahre. In Argenthal lässt sich wie bei allen anderen Dörfern eine Entwicklung feststellen, welche die Ortsgemeinde zunehmend ihrer eigenständigen Entscheidungen entbunden hat, etwa bei sozialen Aufgaben, beim Straßen- und Wegebau, bei der Waldwirtschaft und schließlich der Wasserversorgung. Andere Aspekte beeinflussten ebenso die Entwicklung Argenthals, wie die wirtschaftlichen Notzeiten (z. B. das Krisenjahr 1847), beachtliche Auswanderungen im 19. Jahrhundert und schließlich die beiden Weltkriege, von denen die Argenthaler Bevölkerung erheblich getroffen wurde.

Sprechtag der Verbandsgemeindeverwaltung s. hier

 

Homepage: www.argenthal.de